Benötigt man dafür ein schulisches Methodenkonzept?

In jedem neuen Schuljahr baut Fachunterricht auf vorher Gelerntem auf, sonst wäre es nicht so einfach, Schülerinnen und Schüler systematisch von der 5. Klasse bis zum Abitur zu führen.

Mit den Methoden des Lernens ist es genau so, denn wenn ein Deutschlehrer um ein Referat zum Thema “Schillers Theaterbegriff” bittet, legt er vor allem einen inhaltlichen Schwerpunkt. Wie ein gutes Referat erarbeitet und gehalten wird, kann er nicht jedes mal aufs Neue vermitteln. Ebenso wenig wird eine Französischlehrerin bei der häufigen Hausaufgabe “Lernt bitte die Vokabeln auf S. 134″ immer wieder aufs Neue vermitteln wollen, welche Methoden des Vokabellernens am sinnvollsten sind, um die neuen Wörter auch nach einem Vokabeltest noch zu kennen und korrekt anzuwenden.

Die Unterrichtsfächer haben Rahmenrichtlinien und einen schulinternen Lehrplan, in denen Themen und Ziele des Unterrichts und demnächst auch Kompetenzen festgelegt sind. Daran müssen sich Fachlehrer halten, um in einer recht großen Organisationsstruktur namens “Schule” einen systematischen, aufeinander aufbauenden Unterricht zu gewährleisten.

Daher brauchen wir einen schulinternen Lehrplan für das weite Feld der Methoden, damit Lernerinnen und Lerner systematisch Methoden des Lernens, also Lernkompetenzen, erwerben. Dieser Lernprozess wird systematisch im 5. Jahrgang mit den ersten Einführungen von Methoden beginnen und systematisch erweitert und in verschiedenen Fächern aufgebaut und komplexer. Am Ende des achten Jahrgangs sollen Lernerinnen und Lerner dann über ein bewusst beherrschtes Methodenrepertoire verfügen, auf das sie in den Folgejahren zurückgreifen und das sie permanent erweitern können.